Zusammenfassung Frameworks

Beim Meetup im Juni haben wir uns in großer, wirklich erstaunlich großer Runde über Frameworks unterhalten. Hier die Zusammenfassung unserer offenen Diskussion mit vielen hilfreichen Links für die weitere Arbeit.

Zudem haben wir ein paar Termine bekannt gegeben:
Am 24. August veranstalten wir einen Hackathon mit allen Interessierten (nähere Infos folgen), vom 5.-7. Oktober ist das große WordCamp Europe in Leiden (Niederlande) und am 9. November treffen wir uns alle in Berlin zum WP Camp.

Und bitte alle das betahaus unterstützen! Es musste leider Insolvenz anmelden.

Am Anfang stand die Frage, was ist ein Framework überhaupt. Der Codex hat folgende Definition für uns. Hier wird also zwischen Bibliotheken (ohne Theme-Funktionalität) und Starter-Themes unterschieden. So richtig half uns diese Beschreibung aber auch nicht. In der Runde benutzten auch nur wenige reine Frameworks. Insbesondere weil man dadurch von diesem Framework abhängig ist. Meist kann man auf diesem Framework basierende Child-Themes dann käuflich erwerben und ist so deutlich eingeschränkt. Die meisten aus der Runde haben ihr eigenes Starter-Theme oder gehen von Standalone-Themes aus.

Beispiele für große, kostenpflichtige Frameworks wären:
Xtreme One
Genesis
Thesis

RichWP wurde von seinem Entwickler quasi kommerziell aufgegeben, aus den oben genannten Gründen. Er fand den Weg über Frameworks zu gehen nicht mehr sinnvoll und bietet sein Framework und alle Child-Themes dazu zum kostenlosen Download an. Für die Zukunft setzt er auf schlanke, moderne, responsive HTML5 Standalone-Themes.

Aber wie können Themes dann leicht angepasst werden und warum brauchen wir das?

In der Runde war schnell klar, dass wir hier nochmal unterscheiden müssen, was wir genau mit Framework eigentlich meinen. Bibliotheken wir Bootstrap oder Foundation wurden durchaus genutzt. Frameworks für die Theme-Optionen hingegen waren für die meisten Anwesenden uninteressant. Diese Einstellungsmöglichkeiten sind wohl eher für weniger versierte Nutzer interessant, die ein Theme sehr schnell und rudimentär individualisieren wollen. Schnell das eigene Logo einfügen, ein paar Farben ändern – mehr wird oft nicht gebraucht.

Für die letztgenannte Variante (falls jemand mal ein Theme anbieten möchte) hat Themeshaper ein Tutorial mit Beispielcode bereitgestellt. Damit kann eine eigene Theme-Options-Seite in ein Theme eingebaut werden.

Alternativ gibt es dazu ein paar „Option-Frameworks“, die genau das Gleiche anbieten, nur mit mehr Möglichkeiten. Das Option-Framework, Varianten davon, UpThemes-Framework, Redux-Framework. Alle sind GPL-lizenziert und somit für eigene (auch kommerzielle) Themes kostenlos nutzbar. Die Autoren freuen sich aber bestimmt über Spenden in Form von Geld oder Code. :)

WordPress selbst bietet mit dem Customizer einen eigenen, visuellen Weg, Optionen zu konfigurieren. Allerdings ist die Ausrichtung dieser Funktion stark an die Bedürfnisse der WordPress.com-Nutzer angelehnt. Ob der Customizer sich für Selbsthoster jemals durchsetzen wird, darf bezweifelt werden. Eine sehr gute Einführung in den Customizer hat Frank Bültge auf dem WP Camp 2012 gegeben.

Manchmal soll der Kunde aber diese Optionen gar nicht haben, oder wir Webworker brauchen nicht ein ganzes Framework, sondern nur eine bestimmte Funktion. Jetpack wurde von den meisten Anwesenden als problematisch angesehen. Zu viele Module, dadurch sehr fehleranfällig, nicht performant und zudem in einzelnen Punkten mit einem Datenschutzproblem für deutsche Nutzer verbunden.

Einen ähnlichen, aber vielleicht praktischeren (kleineren) Ansatz verfolgen die kostenlosen Plugins WooDojo und WooSidebars mit denen ein beliebiges Theme leicht mit Funktionen nachgerüstet werden kann. Dahinter steht der Theme-Anbieter WooThemes, der für seine Themes übrigens auch ein (Woo)Framework nutzt. Das aber leider nicht käuflich zu erwerben ist.

Ein anderer Weg ein Theme mit mehr Funktionen auszustatten, sind Shortcodes. Elmastudio bietet zum Beispiel in ihren Themes eine Reihe von Shortcodes an (hier beispielhaft für Waipoua). Bei einem Wechsel zu einem anderen Theme hat man dann allerdings ein Problem. Theme-Anbieter WPExplorer stellt dafür ein kostenloses Plugin zur Verfügung und umgeht so das Problem.

Als Basis-Theme wurde vor allem das vom Automattic-Theme-Team erstellte Underscore_s erwähnt, auf dem auch das von Caspar erstellte Meetup-Theme beruht. Hier gibt es allerdings noch viele, viele weitere. Und für die eigene Arbeit macht ein eigenes StarterKit sicher auch mehr Sinn. Beispielhaft seien hier nur mal zwei deutsche Starter-Themes verlinkt: WP-Kickstart von Gerrit van Aaken und das WordPress-Basis-Theme von Frank Bültge. Beide eignen sich auch einfach nur zum Spicken und dazulernen …

Der Blick über den Tellerrand darf natürlich nicht fehlen. WordPress ist nicht immer die beste Wahl, gerade in Bezug auf Sicherheit und Geschwindigkeit geht nichts über eine statische Webseite. Damit diese aber ähnlich komfortabel administriert werden kann wie WordPress, gibt es Tools wie nanoc oder CodeKit.

Und wer den Nutzer gar nicht erst in das Backend lassen möchte, der kann (ähnlich zu Jimdo) sein WordPress auch mit einem Frontend-Editor ausstatten, wie dem Aloha-Editor.

Weitere Ergänzungen/Diskussionen gerne per Kommentar!

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3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Vielen Dank für die Zusammenfassung. Abseits von den hier erwähnten Links war die Empfehlung von InfiniteWP für mich einer der interessantesten Tipps die ich vom Meetup mitnehmen konnte.

    Wir sehen uns im Juli.
    Gruß, Jan

  2. Die Verwendung eines ordentlichen Frameworks – zum Beispiel Genesis, welches ich seit 3 Jahren ausschließlich verwende – hat sehr viele Vorteille, auch und gerade für Professionals sowie Agenturen.

    Anders als bei sogen. Starter-Themes, hat man bei Genesis ein Ökosystem: Community, sehr viele Plugins, viele Tutorials im Netz, riesige Anwendergemeinde. Und, auch wichtig: Ein Entwickler-Team (koordiniert von der herausgebenden Firma mit 3 Hauptentwicklern). Damit wird Weiterentwicklung, Bugfixing usw. gesichert, auch Vorschläge der Community fließen ein.

    Für mich als Webworker sind vor allem die vielen Hooks & Filter interessant, die es sehr schnell erlauben, auf effizientem und sauberem Wege Anpassungen zu machen: via Plugin, MU-Plugin, Codesnippet-Verwaltung oder gar über die functions.php des Child Themes.

    Bei vielen Starter-Themes usw. hapert es besonders hier: wenn schon paar Hooks & Filter da sind, dann doch meist unausgegoren und viel zu wenige. Gerade Genesis ist praxiserprobt mit Hunderttausenden an Installationen. Da stellt sich raus, was wirklich gebraucht wird und „geht“. Außerdem finden regelmäßige Sicherheits-Audits statt.

    Für mich ist Genesis das beste Gesamtpaket: leichtgewichtig, schnell, kein Feature-Bloat, Standard-Konform, beste & größte Entwickler- und Anwender-Community.

    Wenn ich das sage, dann wohlwissend, dass ich viele andere Frameworks (ca. 10) und jede Menge Starter-Themes sowie sonstige Themes getestet habe und regelmäßig teste bzw. checke.

    Jedes hat so seine Besonderheit und seinen „Leckerbissen“, aber das Gesamtpaket stimmt in den allerwenigsten Fällen.

    Die jährlichen Standard-Themes von WordPress sind letztlich auch nur ein Framework, nichts anderes. Sie sind nicht schlecht, aber letztlich zu aufgebläht und zu unflexibel, selbst bei Child Theme Nutzung (was sowieso empfohlen wird!).

    • Hallo David,
      mich würde interessieren ob Du Headway auch schon getestet hast und wie Deine Meinung dazu ist. Ich nutze seit 2 Jahren Headway und bin damit auch sehr zufrieden, da dort auch kaum Grenzen gesetzt sind sein eigenes Theme zu gestalten. Natürlich muss man sich da wie in anderen Frameworks auch erst einarbeiten. Genesis sieht für mich ähnlich aus, allerdings hatte ich bisher keine Zeit mir dazu eine fundierte Meinung zu bilden.
      Falls Du beides schon genutzt hast, wo liegen für Dich die Vor-und Nachteile zwischen Genesis und Headway?
      Gruß
      Carsten

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